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Gotteswort

21. Februar 2018


Mittwoch der 1. Fastenwoche

Nicht zuletzt eifrige Christen können versucht sein, Andersdenkenden ein gehöriges Debakel, sich selber aber ein möglichst wunderbares „Zeichen“ für die Richtigkeit ihrer eigenen Position zu wünschen. Die heutigen Lesungen wollen den Taufbewerbern und uns Getauften zeigen, was christlicher „Glaube“ wirklich ist.

Hl. Petrus Damiani (g)

Bischof, Kirchenlehrer

Petrus Damiani stammt aus Ravenna, wo er nach einer schweren Jugend Priester wurde. Später trat er bei den Benediktinern zu Fonte Avellana (bei Lucca) ein. Er reformierte Gruppen von Einsiedlern und gab ihnen Rückhalt in seinem Kloster. Gegen seinen Wunsch zum Kardinal erhoben, setzte er sich, im Sinn der gregorianischen Reform, auf das Zusammenwirken von Papst und Kaiser bauend, für die Freiheit der Kirche ein. Seine zahlreichen Schriften richteten sich gegen die Gebrechen der Kirche. + 1072.

Kyrie

Christus, du bist der Menschensohn. Herr, erbarme dich.
Du bist vom Tod zum Leben erstanden. Christus, erbarme dich
Du willst nicht den Tod, sondern das Leben. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Barmherziger Gott, sieh gnädig auf die Hingabe deines Volkes. Gib, dass wir unseren Leib in Zucht nehmen und durch gute Werke im Geist neu werden. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jona 3,1–10

Jona in Ninive

Das Wort des Herrn erging zum zweiten Mal an Jona: Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, in die grosse Stadt, und droh ihr all das an, was ich dir sagen werde. Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der Herr es ihm befohlen hatte. Ninive war eine grosse Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren. Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört! Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Gross und Klein, zogen Bussgewänder an. Als die Nachricht davon den König von Ninive erreichte, stand er von seinem Thron auf, legte seinen Königsmantel ab, hüllte sich in ein Bussgewand und setzte sich in die Asche. Er liess in Ninive ausrufen: Befehl des Königs und seiner Grossen: Alle Menschen und Tiere, Rinder, Schafe und Ziegen, sollen nichts essen, nicht weiden und kein Wasser trinken. Sie sollen sich in Bussgewänder hüllen, Menschen und Tiere. Sie sollen laut zu Gott rufen und jeder soll umkehren und sich von seinen bösen Taten abwenden und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt. Wer weiss, vielleicht reut es Gott wieder und er lässt ab von seinem glühenden Zorn, sodass wir nicht zugrunde gehen. Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er führte die Drohung nicht aus.

Bekehrung nicht nach eigenen Vorstellungen

Die Jona–Erzählung durchbricht eine vermeintliche Glaubenssicherheit von Juden. Diese waren meist überzeugt, dass der Bundesgott nur um sie besorgt sei. Doch Jona wird zu den Heiden geschickt. Widerstrebend geht er nach Ninive. Er will diesen Grossstädtern (der Verfasser maximiert die Grösse!), eine Gerichtsrede halten, also den Untergang ankündigen, weil sie doch nichts Besseres verdienen. Wider Erwarten bekehren sich die Heiden. Gott richtet sich nicht nach den Vorurteilen und Vorsätzen eines Jona.

Antwortspalm

Psalm 51,3–4.12–13.18–19


R: Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du Gott, nicht verschmähen.


Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab
und mach mich rein von meiner Sünde!

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!

Schlachtopfer willst du nicht,
ich würde sie dir geben;
an Brandopfern hast du kein Gefallen.
Das Opfer, das Gott gefällt,
ist ein zerknirschter Geist,
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz
wirst du, Gott, nicht verschmähen.

Ruf vor dem Evangelium

Lob dir, Christus, König und Erlöser! Kehrt um zum Herrn von ganzem Herzen; denn er ist gnädig und barmherzig, voll Langmut und reich an Güte. Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Evangelium

Lk 11,19–32

Die Verweigerung eines Zeichens

Als immer mehr Menschen zu ihm kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

Unser „Zeichen“: der Auferstandene

Die Juden verlangen (obwohl Heilungen und Exorzismen vorausgingen!), dass sich Jesus durch ein (unwiderlegbares) „Zeichen“ ausweise. Doch eine durch Machtzeichen erzwungene Zustimmung ist nicht „Glaube“ im Sinn von Jesus, der mehr ist als Salomo, den die Königin von Saba um seiner Weisheit willen aufsuchte. – Der Glaube setzt eine persönliche Umkehr voraus, wie die der Niniviten. – Die Christen sehen in dem von der „bösen Generation“ getöteten, aber wie Jona aus der Unterwelt erstandenen Christus das wahre „Zeichen“, an welchem sich unser Glaube entzünden kann. (Frisque; Müller)

Fürbitten

Christus, du rufst zur Bekehrung der Herzen:

  • Hilf den Getauften, ihren Glauben auch mitten in einer gottvergessenen Welt, zu erneuern.
  • Vergib unserem Volk, wenn es am „Nutzen“ der religiösen Praxis zweifelt und sie aufgibt.
  • Steh allen bei, die sich für die Katechese der jungen Generation einsetzen.
  • Offenbare uns in der Eucharistiefeier das Zeichen deiner Auferstehung von den Toten.

Heiliger Gott, du willst nicht den Tod des Sünders, sondern dass er umkehrt und lebt. Führe uns auf dem Weg zum Leben. Im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Gütiger Gott, du nährst uns immer wieder mit dem heiligen Sakrament. Stärke uns durch diese Speise und schenke uns das unvergängliche Leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.