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Gedanken zur Engelweihe, 13./14. September

Einsiedeln bereitet sich auf das Weihefest der Gnadenkapelle am 13./14. September vor

Es legt uns eine deutliche Botschaft unseres Glaubens ans Herz, die heute besonders aktuell ist. Christus ist die Mitte der Kirche und der eigentlich Handelnde. Wollen wir nicht nur Kirche heissen, sondern immer mehr werden, müssen wir uns vom Klerikalismus verabschieden, an den wir uns in vielen Dingen gewöhnt haben.

Der Brief von Papst Franziskus an das Volk Gottes vom 20. August 2018 ist ein Schuldbekenntnis der Kirchenleitung und ein flammender Aufruf an alle Getauften: «Jedes Mal, wenn wir versucht haben, das Volk Gottes auszustechen, zum Schweigen zu bringen, zu übergehen oder auf kleine Eliten zu reduzieren, haben wir Gemeinschaften, Programme, theologische Entscheidungen, Spiritualitäten und Strukturen ohne Wurzeln, ohne Gedächtnis, ohne Gesicht, ohne Körper und letztendlich ohne Leben geschaffen. Das zeigt sich deutlich in einer anomalen Verständnisweise von Autorität in der Kirche – sehr verbreitet in zahlreichen Gemeinschaften, in denen sich Verhaltensweisen des sexuellen wie des Macht- und Gewissensmissbrauchs ereignet haben –, nämlich als Klerikalismus, jene Haltung, die ‘nicht nur die Persönlichkeit der Christen zunichte [macht], sondern dazu [neigt], die Taufgnade zu mindern und unterzubewerten, die der Heilige Geist in das Herz unseres Volkes eingegossen hat’. Der Klerikalismus, sei er nun von den Priestern selbst oder von den Laien gefördert, erzeugt eine Spaltung im Leib der Kirche, die dazu anstiftet und beiträgt, viele der Übel, die wir heute beklagen, weiterlaufen zu lassen. Zum Missbrauch Nein zu sagen, heißt zu jeder Form von Klerikalismus mit Nachdruck Nein zu sagen.»

Das Weihefest der Gnadenkapelle sagt uns unüberhörbar: Es ist nicht der Bischof, der das Sagen hat, oder der Priester. Es ist Christus.

P. Martin Werlen OSB

 
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